Retrospektive
Es war der 18. Dezember 1987, als ein japanisches Unternehmen einen letzten Versuch wagte, seine Firma zu retten. Dies war die Geburtsstunde eines der erfolgreichsten Franchises, die es bis heute gibt. Das damalige Entwicklerstudio Square veröffentlichte Final Fantasy und es schlug ein wie ein Meteo nach dem Sieg über ein Behemoth.
Seit dem 28. Juli 2021 kann man den Klassiker im Pixel Remaster spielen, was uns auch als Grundlage für die kommenden Retro-Reviews dienen wird.

Final Fantasy I bis VI erschienen im Laufe der Jahre für zahlreiche Konsolen und Plattformen. Ihren großen Durchbruch feierten sie Anfang der 2000er-Jahre durch die Portierungen für den Game Boy Advance (GBA) und die PlayStation Portable (PSP). Denn so kamen diese Spiele endlich übersetzt in den Westen. Schließlich erhielten die Klassiker in den Jahren 2021 und 2022 eine neue Auflage im charmanten Retrostil und wurden für alle modernen Plattformen zugänglich gemacht.








Final Fantasy I legte den Grundstein für die Kristall-Legenden, welche immer wieder in den Spielen vorkommen. Die Welt ist in Balance, da die vier Kristalle der Elemente Feuer, Wasser, Wind und Erde intakt sind. Doch diese Balance droht gestört zu werden, da sich dunkle Mächte ausbreiten. Also sind die vier Krieger des Lichts gefragt, dieser Bedrohung Einhalt zu gebieten. Doch bevor ihr nun ins Abenteuer springt, dürft ihr eure Helden benennen und aus sechs Klassen wählen.

Euch stehen Krieger, Dieb, Novize, Schwarzmagier, Heiler und Rotmagier zur Verfügung. Diese Auswahl könnt ihr nicht mehr abändern und ihr spielt mit diesen Jobs das gesamte Spiel durch. Im späteren Spielverlauf könnt ihr diese Jobs noch einmal aufwerten, um sie zu maximieren.
Der Krieger hat hohe Lebenspunkte (HP) und sorgt als Verteidiger für ein langes Durchhalten, während der Dieb auf schnelle Angriffe setzt. Der Novize ist ein Mönch, der sowohl spezielle Waffen als auch seine Fäuste nutzen kann. Heiler sind da, um eure Gruppe zu stärken und Schaden zu heilen, während der Schwarzmagier mit Elementarzaubern und Zustandsveränderungen angreift. Der Rotmagier kann beides kombinieren, leidet aber unter akutem HP-Mangel.

Sobald euer Abenteuer gestartet ist, dürft ihr nach der Audienz beim König von Cornelia hinaustreten und euch auf Erkundungen und zahlreiche Kämpfe freuen. Doch zuvor solltet ihr euren Magiern einige Zauber spendieren, also vergesst nicht, in der Stadt Cornelia in den dortigen Läden Halt zu machen!






Während ihr jeden Zauber kaufen und einer Person zuordnen müsst, verlassen sich die reinen Kämpferklassen auf ihre Waffen. Rüstet euch also gut aus, schaut auch bei den anderen Händlern vorbei und achtet dabei auf Verbesserungen (grüner Pfeil nach oben). Ihr könnt alte Ausrüstung direkt wieder verkaufen, um euch gegebenenfalls bessere Dinge zu leisten. Gut ausgestattet geht es jetzt endlich nach draußen und der Handlung folgend!
Hier erwarten euch nun die ersten Kämpfe, welche in Final Fantasy I klassisch, der Reihe nach ausgeführt werden. Ihr gebt die Befehle all eurer Charaktere nacheinander ein. Dann agieren alle Kampfbeteiligten der Reihe nach; es gibt einen spielinternen Tempowert, welcher die Zugreihenfolge bestimmt.
Nach einem gewonnenen Kampf erhalten alle lebenden Teilnehmer Erfahrungspunkte (EP) und steigen nach Erreichen der benötigten EP eine Stufe auf, was ihre Werte verbessert.


Es lohnt sich also immer wieder in neuen Gebieten ein paar Zusatzkämpfe zu absolvieren, da man in den älteren Spielen oft einen Levelsprung der Gegner spürt. Daher lieber etwas zu viel als zu wenig gelevelt!
Nennenswert ist bei diesem Teil auch die Art und Weise, wie Magie angewandt wird. Anders als in modernen Titeln habt ihr hier keine Magiepunkte (MP) als Ressource, die ihr pro Zauber bezahlt, sondern einen MP-Pool, der euch vorgibt, wie oft ihr Magie pro Magiestufe nutzen dürft. Dieses Maximum erhöht sich durch Level-ups in den Magier-Jobs. Habt ihr also nur 2 MP in Stufe 1, wo ihr beispielsweise Feuer oder Vita beherrscht, könnt ihr diese Zauber insgesamt nur zweimal nutzen, bevor ihr euch ausruhen müsst.




Einige Heilzauber könnt ihr übrigens auch aus dem Menü heraus wirken, um euch zu heilen. Dies ist allerdings, gerade in den Anfängen, nicht unbedingt zu empfehlen, da ihr stark unter MP-Mangel leiden werdet, bis ihr ein gewisses Level erreicht habt. Bis dahin helfen euch die Potions. Sollte mal ein Mitglied K.O. gehen, könnt ihr dieses mit einer Phönixfeder oder dem Zauber „Engel“ wiederbeleben. Aber Vorsicht: Wenn alle Charaktere K.O. gehen, heißt es Game Over und ihr müsst vom letzten Spielstand aus starten. Also vergesst nicht, regelmäßig zu speichern! Dies könnt ihr an den verschiedenen Speicherpunkten oder jederzeit auf der Weltkarte tun.

Nun seid ihr bereit, euch in euer erstes großes Abenteuer zu stürzen und die Anfänge einer Legende selbst zu erleben! Das Spiel hat einen Umfang von ca. 15 bis 20 Stunden, je nach Erfahrung und Spielstil. Wem es manchmal zu schwerfällig ist zu leveln und den Grind beschleunigen möchte, kann im Pixel Remaster den Boost nutzen und sowohl EP als auch Gil, die Währung in dem Spiel, verdoppeln oder vervierfachen. Gehen euch die ganzen Kämpfe auf die Nerven, könnt ihr diese sogar abstellen. Das macht die Bosse allerdings umso schwerer, denn diese haben recht hohe HP und teilen ordentlich aus, also Achtung!

Abschließend bleibt zu sagen, dass Final Fantasy I seiner Zeit damals schon voraus war und den Grundstein für ein ganzes Genre gelegt hat. Es wies bereits damals die Grundlagen auf, ohne die sich heute kaum ein Spiel vorstellen ließe. Neben den Standardzaubern wie Engel, Vita, Feuer, Eis und Blitz sind auch deren Verbesserungen wie Feura und Feuga bereits dabei. Ihr bekommt mit Final Fantasy einen entspannten Einstieg in die Serie. Die Geschichte ist überschaubar, nicht zu komplex und bringt euch das ikonische Kampfsystem näher.
Dieses wurde in der Serie immer wieder ausgebaut und verändert, findet aber stets zurück zu seinen Wurzeln. Ich lege dieses Spiel jedem ans Herz, der einen kleinen Einblick in etwas Gigantisches wagen möchte. Teil 1 wird euch nicht mit Tutorials erschlagen, es sind keine Vorkenntnisse nötig, jeder kann sein eigenes Tempo bestimmen und in die Welt von Final Fantasy abtauchen, um selbst zu erleben, warum es meine Lieblingsspielserie war, ist und auf ewig bleiben wird.

Final Fantasy XIV Cross Over / Easter Eggs
Jeder der Final Fantasy XIV Online kennt, weis bestimmt das es ein Bilderbuch ist, in dem sämtliche Spiele vertreten sind. Im folgenden möchte ich die wichtigsten Figuren und Brücken aufzeigen.


Unsere Lieblingshexe Matoya hatte bereits in Final Fantasy I direkt nach dem ersten Bosskampf ihren Auftritt in ihrer Höhle. Dort angesiedelt mit ihrem kultigen Lied „Matoya’s Cave“ und ihren Besendienern.


Chaos ist Teil des „Stormblood“-Raids Omega. Dieser ist eine Reise durch die verschiedenen Universen von Final Fantasy und der neunte Kampf beinhaltet Chaos in seinem Tempel.


Ebenso ist Drachenkönig Bahamut bereits Teil von Final Fantasy I. Diese Ikone treibt sich in jedem Final Fantasy in unzähligen Varianten rum. In diesem Bild seht ihr die Version aus Stranger of Paradise, dem Prequel von Final Fantasy I, welches als Soulslike am 15. März 2022 erschien.

Wer also Fan von Dark Souls, Elden Ring oder Lies of P ist, der kann sich gerne die Vorgeschichte zu den Ereignissen von Final Fantasy I in diesem Soulslike ansehen. Ihr werdet überrascht sein! Den Plot-Twist habe selbst ich nicht kommen sehen!
Ich hoffe, ihr konntet einen schönen Einblick bekommen, und wir sehen uns bald im nächsten Beitrag, wenn es um das umstrittene Final Fantasy II geht. Ein prinzipiell unverstandenes Meisterwerk, weil es alles anders macht als der erste Teil. Seid gespannt, bis dahin, euer Galaxy!


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